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Themen
Die Grundidee des Entschlusses zu einer dritten Karriere war,
mit der gewonnenen Zeit in attraktiver Umgebung im akademischen Bereich vermehrt
theoretisch zu arbeiten und in der verbleibenden Zeit teilweise
anders zu beraten. Das Motto "The Art of Creating a
Life while Making a Living" erlaubt eine markante Verlagerung
der Gewichtung in den Bereichen der theoretischen Befassung
mit Vorzugsthemen an bevorzugten akademischen Instituten
und mit bevorzugten Kollegen und akademischen Lehrern.
Theorie
Im Vordergrund stehen das theoretische Arbeiten
in den Bereichen "The Global Lawyer", "The
Role of the Corporate Sector", "Strategy and Law"
und "Law and Innovation" und das Lieblingsthema unter dem Arbeitstitel Konzepte
und Konturen eines schweizerisch-amerikanischen Kulturaustausches - ein Beispiel
transatlantischer Beziehungen. Ich möchte wieder selber lernen, lesen, über ein
Thema nachdenken und erst dann schreiben. Dies soll unprogrammatisch
und auf persönliche Neigungen und die verfügbare
Zeit zugeschnitten und über mehrere Jahre verteilt
werden. Ich werde vorzugsweise in jedem Jahr während
dreier Monate von September bis November in Cambridge, Mass.
leben und arbeiten. Mich interessieren ganzheitliche, interdisziplinäre
und internationale Fragestellungen, die frühere Arbeiten
fortführen und vertiefen. Hier möchte ich vorzugsweise
von topischem und issue-bezogenem Denken und Werken -
zudem eher von den Personen (Lawyer) als von den Systemen
(Law) ausgehen und mich weiter an den Rändern
in diesem "no-man's-land" zwischen angespannter
praktischer Tätigkeit als Rechtsanwalt und vorwiegend
rein theoretischer Befassung in academia bewegen, wobei
die Themenwahl oft durch das angestammte Spannungsfeld zwischen
der sogenannten "Theorie" und der sogenannten
"Praxis" bestimmt ist.
Mich interessiert nicht nur die Generierung von Wissen,
sondern auch die Untersuchung der notwendigen Voraussetzungen
der Generierung, insbesondere die der Wirksamkeit der Umsetzung dieses Wissens.
Dabei wird die Anwendungsorientierung weiterhin wichtig
sein. In diesem Bereich geht es aber immer auch um eine Erarbeitung
theoretischer Grundlagen. Die Erarbeitung theoretischer
Grundlagen unter der Rubrizierung "Academic" sind aber verwandt
mit der Erarbeitung der theoretischen Grundlagen in den
Bereichen "Strategy and Law", auch wenn es dort vermehrt
um die unmittelbar anwendungsorientierte Entwicklung theoretischen
Wissens geht. Das mag sich an verschiedenen Orten, vor allem
in verschiedenen Formen und auch im Hinblick auf verschiedene
Verwendungszwecke, artikulieren. Ein massgeblicher Bezug
auf die Auseinandersetzung mit den Vereinigten Staaten wird
wegleitend sein, wobei die besondere Pflege einer transatlantischen
Perspektive im Hinblick auf die Mitwirkung bzw. Re-Etablierung
einer entsprechenden Kommunikation wichtig werden mag.
Mit Blick auf Freude und persönlichen Lustgewinn freue
ich mich immer wieder auf die aktive Teilnahme am Leben der Harvard Law
School und der Kennedy School of Government. Es mögen
in einem späteren Zeitpunkt die Law
Schools der University of Michigan und der New York University
dazukommen. Besonders freue ich mich auf die projektbezogenen
der Arbeiten mit Kollegen und Freunden in der Schweiz am
Institut für Management in St. Gallen, am Lehrstuhl
für Sicherheitspolitik und internationale Studien der
ETH in Zürich und am World Trade Center an der Universität
Bern. Einen hohen Stellenwert haben die freundschfatlichen Begegnungen mit
Kollegen im "The Salon" im General Counsels Club, im General Counsel Netzwerk,
im wissenschaftlichen Leseclub und im American Legal Culture Club und in der Folge regelmässige Anlässe.
Themen
"The Global Lawyer"
Mit diesem ironisierenden Arbeitstitel habe ich die Arbeiten der vergangenen
zehn Jahre fortgeführt, die im wesentlichen aus Untersuchungen von Auswirkungen der Globalisierung auf
Rechtssysteme, Rechtsberufe und Professional Service Firms und Rechtsausbildungen bestanden.
Damit wird die Publikationsserie auf
der Grundlage eines Arbeitsdokumentes mit dem Titel "The
Changing International Practice of Law - Aspects of International
Competibility and Competitivity of Legal Systems, Legal
Professions und Legal Education", die ich im Springterm
1999 als Visiting Scholar und Fellow am European Law Research
Center der Harvard Law School begonnen habe, fortgeführt
. Zu diesen Publikationen gehören "Internationalisierung
der Rechtsausbildung und Forschung - eine Agenda für
die interdisziplinär ausgerichtete Ausbildung zum in
Wirtschaft und Management tätigen International Lawyer"
(ins Englische übersetzt), "The Future of the
Legal Profession" und "The Internationalization
of the Practice of Law". Im Bereiche des Themas "The
Global Lawyer" möchte ich eine Konzeptionalisierung
der "Personen" als roles und role models of lawyers,
die ich mit Peter Murray im Text "The Education and
Training of a New International Lawyer" beschreibend
und referierend vorbereitet habe, theoretisch vertiefen.
Es geht um eine induktiv entwickelte Synthese von sachgerecht
generalisierbaren Bereichen dieses "New International
Lawyers", zugegebenermassen ein in der Tendenz im Wandel
der Internationalisierung und überforderndes und in
die Irre führendes "multidimensionales Schachspiel".
Es sollen im Wandel der Internationalisierung und Globalisierung
die Voraussetzungen der Tätigkeiten und die Berufsrollen
dieser Schlüsselakteure der Globalisierung neu formuliert
und auf eine neue Grundlage gestellt werden. Die Berücksichtigung
einer europäischen Perspektive liegt mir nahe.
Gegenwärtig arbeite ich an einem Manuskript mit dem Arbeitstitel
"Zur Internationalisierung der Rolle der Juristen - aus europäischer Perspektive"
mit den Kapiteln A. Das amerikanische Umfeld des International Lawyers, B. International
Lawyers als Professionals und International Lawfirms als Professional Service Firms, C.
Die Internationalisierung der Rechtsausbildung und Forschung im Wandel und D. Lawyering
and Beyond - Strategischere Dimensionen juristischer Tätigkeit im internationalisierten
Umfeld.
"The Role of the Corporate Sector in International Governance"
Im Arbeitsbereich "The Role of the Corporate Sector
in International Governance" sollen die Arbeiten im
Buch von Andreas Wenger und Daniel Möckli "Conflict
Prevention: The Untapped Potential of the Business Sector",
das ich als Ideengeber und Sparringpartner im Entstehen
begleitete, fortgeführt werden. Meines Erachtens kennt
das Gebiet keine der ökonomischen, gesellschaftlichen
und politischen Bedeutung des Corporate Sectors entsprechende
theoretische Befassung. Der Corporate Sector selber scheint
sich mit der Analyse der Formulierung und auch der Wahrung
der entsprechenden Interessen, die mit dieser Rolle verbunden
sind, zu wenig zu befassen. Ich möchte aus einer ganzheitlich
und auch europäisch geprägten Sicht die Diskussionsstränge
im Bereiche der "Corporate Responsibility" einer
"International Corporate Responsibility" zuführen
und mit den Ideen der International Governance, die an der
Kennedy School gepflegt werden, verbinden und in den Arbeitsbereich
der gegenwärtig laufenden "Globalization Studies"
situieren. Es geht hier um einen Beitrag an die Emanzipation
und sachgerechte Integration dieses weiteren Schlüsselakteurs
des internationalen wirtschaftlichen Geschehen in ordnende
Denk-, Wert- und Regulierungsvorstellungen.
"Law and Innovation"
Im Themenbereich "Law and Innovation" möchte
ich mir vorwiegend agendabezogen über die Frage der
rechtlichen Rahmenbedingungen als Bestandteil der Wettbewerbsfähigkeit
eines kleinen Landes Überlegungen machen. Der Text "Recht, Rechtsberufe
und Rechtsreputation als Faktoren der internationalen Wettbewerbsfähigkeit
der Schweiz, das "Legal Black Hole" der zugrunde liegenden Rechtskonzeption"
ist ein Beispiel dafür. Der vordergründig
mit Antinomien belastete Themenbereich sollte mindestens
zur Formulierung von Voraussetzung der Optimierung dieses
Verhältnisses bei der Gestaltung, Anwendung und Durchsetzung
von Recht führen. Der Leitsatz "Imagination is
more powerful than knowledge" (Einstein) mag in diesem
Bereich besonders helfen, die Schwerpunkte nach und nach
weg von der Decisions- zu einer Kreations- und letztlich
zu einer Aktionsjurisprudenz zu verschieben.
Zu der dem wirklich Neuen verpflichtete geistige Tätigkeit
der "Innovation" sollen sich das Recht (Law) und
die Juristen (Lawyer) als Verbündete gesellen, so dass
die Bezeichnung von Law und Lawyers als "Enablers" verdientermassen
verwendet wird.
"Strategy and Law"
Im theoretischeren Teil der Befassung mit dem Thema "Law
and Strategy", das auch theoretischere Fragestellungen
des anwendungsorientierten Feldes umfasst, soll vor allem untersucht
werden, warum in Unternehmensmodellen das Recht in der Regel
den seiner Bedeutung entsprechenden Platz nur suboptimal
zugewiesen erhält, warum in der Strategielehre der
Managementwissenschaften das Recht ebenfalls nicht in einer
strategischen Dimension berücksichtigt wird und warum
wir uns bei der Gestaltung, der Anwendung und der Durchsetzung
von Recht mit der strategische Dimension von Recht (Law)
und Juristen (Lawyer) schwertun. Der Text Risk and Response, zur
Notwendigkeit eines strategischen Umganges mit Catastrophic Risks in
Grenzbereichen technologischer und wissenschaftlicher Entwicklungen ist
ein Beispiel dafür. Es mag sich zeigen, dass
darin eine Erkenntnislücke liegt, die letzten Endes
dazu führt, dass Recht (Law) und Juristen (Lawyer)
in der Umsetzung ihre Sachkompetenz nur ungenügend
und unvollständig zur Geltung bringen vermögen.
Im Hinblick auf die anwendungsorientierte Fundierung der
juristischen Tätigkeit im Bereiche "Strategy and
Law" durch "Expertenwissen" werde ich die
verschiedene, die strategische Rechtsberatung erst ermöglichende
Erarbeitung von Fachwissen betreiben, dass nicht im eigentlichen
Sinn akademisch, aber doch theoretisch zu bezeichnen ist.
Die Lehre
An der Universität St. Gallen in der Schweiz werden meine Speziallehrveranstaltungen
über amerikanische Rechtskultur und über die Planung und Gestaltung von Rechtsgeschäften
fortgeführt. Mit Professor Günter Mueller-Stewens lehre ich weiterhin als Co-Teacher im
Master of International Management Program über Professional Service Firms. Die didaktische
Vermittlung von Wissen wird in dieser Zeit aber teilweise in die Beratung einbezogen. Dies
wird vor allem in den Hauptbereichen der zu der Strategischen Rechtsberatung hinzugekommenen
Bereiche der Strategiebildung von Professional Service Firms, der Generierung und Vermittlung
von Wissen für Experten durch Experten und das Reputation Management der Fall sein. Es geht
hier um ein spezifisches Lehren im nichtakademischen Kontext weitgehend auch als Teil einer
Beratungsdienstleistung.
Kulturvermittelnde Rechtstätigkeit
Im engeren Umfeld sind in diesem Kontext die Begegnugen im "The Salon" im General Counsels Club, im
General Counsels Netzwerk, im wissenschaftlchen Leseclub und im American Legal Culture Club ein fester
und wichtiger Bestandteil meines professionellen Lebens geworden.
In einer weiteren kulturvermittelnden Tätigkeit werde ich die Projekte Begründung von zwei neuen
Buchreihen trotz Schwierigkeiten weiterverfolgen.
Die Reihe "Access to Swiss Law" würde sich einer systematischen und theoretisch basierten, aber praktisch
orientierten Erschliessung des schweizerischen Rechts in englischer Sprache widmen. Die Reihe "Transatlantica -
Culture, Language and Law in a Transatlantic Context" sollte helfen, aus verschiedenen Perspektiven von beiden
Seiten des Ozeans Beiträge zur Re-Etablierung eines besseren Verständnisses zwischen den geschichtlich eng
miteinander verbundenen politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Kulturen zu leisten. Die verlegerischen
Realitäten in der Schweiz und im Ausland begünstigen wegen des überhandnehmenden kommerziellen Denkens auch
in diesem Bereich nicht.
Im Rahmen der "Kür" dieser dritten Karriere
möchte ich anderen Äusserungsformen über
Recht und Rechtkultur Platz einräumen. So freue ich
mich auf die gelegentliche Redaktion von diesbezüglichen
Artikeln in der NZZ und das Schreiben von Kolumnen in verschiedenen
Medien.
Themen- und projektbezogen werden selbstverständlich
auch die selektive Teilnahme an meistens nichtöffentlichen
Expertengesprächen auf Einladung eine neue Bedeutung
haben, wie die Teilnahme an den Bitburger Gesprächen
und am Innsbrucker Symposium, oder die Teilnahme an den
Jahrestagungen der American Society of International Law
in Washington, der Rüschlikon Conference on Information
Policy der Kennedy School of Government, an den traditionellen
Jahrestagungen des International Instituts for Strategic
Studies (IISS) in London und an den von wissenschaftlichen Institutionen, an denen
ich mich aufhalten werde, durchgeführten Fachgespräche
im engeren Kreise. Dazu gehören, dass über entstehende
Arbeiten und Gedanken an solchen Orten periodisch berichtet
werden wird. Teilweise mögen solche Expertentagungen
auch in journalistischen Berichten beschrieben werden.
Dies alles wird nach dem Lustprinzip, Opportunitäten,
als Teil eines allgemeineren Diskurses mit einem unübersehbaren
Amerikabezug und unter Berücksichtigung einer transatlantischen
Perspektive getan. Die beschriebene Breite der Themen mögen
eine überladene Agenda eines ehemals überlasteten
Wirtschaftsanwaltes nahelegen. Dem soll in Anbetracht der
wiedergewonnenen "Zeitsouveränität"
nicht so sein. Das allerdings gilt es zuerst zu tun, zu
leben und zu erfahren.
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