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Lehre
[ Lehrveranstaltungen
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Seit über 20 Jahren lehrt Jens Drolshammer an der
Universität St. Gallen als Titularprofessor für anglo-amerikanisches
Recht und Rechtsgeschäftsplanung und -gestaltung. Er war Kommissionspräsident,
Mitbegründer und Dozent des Nachdiplomstudiums "Executive Master of European and International
Business Law, M.B.L.- HSG" und Dozent im Master of International Management Doktorandenprogramm,
einem Studium, das ausschliesslich in englischer Sprache gelehrt wurde.Die Wahrnehmung von Einladungen
beschränkt an amerikanischen Law Schools zu lehren war aus familiären Gründen nicht möglich.
Im Sommersemester 2007 lehrte er in einem interuniversitären Seminar auch an der Universität Zürich.
Mein Credo
Ich habe während Jahren nebenamtlich und neben meinem
Hauptberuf Rechtsanwalt in einer grossen Wirtschaftskanzlei
in Zürich im Wesentlichen versucht, Belange der gehobenen
Praxis mit speziellen didaktischen Methoden in eine moderne
Wirtschaftsuniversität hineinzutragen. Ich habe immer
noch einen Schwerpunkt im Bereiche der "Amerikanischen Rechtskultur".
Leitzitat
Als Leitzitat dieser Tätigkeit verweise ich
auf ein Zitat von Alfred North Whitehead über das Lehren
an Universitäten:
"What the faculty was to cultivate is activity
in the presence of knowledge. What the students have to
learn is activity in the presence of knowledge.
This discussion rejects the doctrine that students should
first learn passively, and then, having learned, should
apply knowledge. It is a psychological error. In the process
of learning there should be present, in some sense or other,
a subordinate activity of application. In fact, the applications
are part of the knowledge. For the very meaning of the things
known is wrapped up in their relationship beyond themselves.
This unapplied knowledge is knowledge shorn of its meaning.
The careful shielding of a university from the activities
of the world around us is the best way to chill interest
and to defeat progress. Celibacy does not suit a university.
It must make itself with action".
Alfred North Whitehead (1947)
Lehrveranstaltungen
Als Beispiele dienen die Detailprogramme der Lehrveranstaltungen
des letzten Semesters. Dazu gehören ein interuniversitäres
und interdisziplinäres Seminar für Obersemestrige
und Doktoranden über das Zusammenwirken von Recht und
Ökonomie bei der Entstehung, bei der Anwendung und
vor der Revision eines Gesetzes, die interdisziplinäre
Sonderlehrveranstaltung "American Legal Culture"
mit dem Titel "Attack on America: The Consequences
- from a Legal Perspective - The Role of Law, Lawyers and
Law Enforcement in Times of Crisis" aus dem Wintersemester
2001/2002, das Programm des Seminares "Professional
Service Firms" des Master of International Management
im Sommersemester 2002 und die Lehrveranstaltung im
Wintersemester 2002/2003 "Attack
on America: The Consequences of 9/11 from a Legal Perspective,
the Role of Law, Lawyers and Law Enforcement in Times of
Crises - ein Jahr danach - Beobachtungen und Reflexionen"
die Lehrveranstaltung "Legal Reasoning" im Wintersemester 2005/2006,
sowie im Wintersemester 2006/2007, die Lehrveranstaltung "Amerikanische
Rechtskultur aus europäischer Sicht - Ein Umgang durch die Geschichte des
amerikanischen Rechts anhand des Buches von Prof. Alan M. Dershowitz,
America on Trial, Inside the legal battles that transformed our nation"
im Sommersemester 2006 und das Seminar "Amerikanische Rechtskultur aus
europäischer Sicht - Umgang mit der Rechtskultur der USA durch Leiter
von Rechtsabteilungen multinationaler Unternehmen, durch international
tätige Rechtsanwälte, durch schweizerische Verwaltungs- und Regulierungsbehörden
sowie durch Gerichte in der Schweiz und in Europa" im Sommersemester 2007.
Ausserdem ist für das Frühjahr ein Seimar mit dem Titel "The Canon of
American Legal Thought" geplant.
Law In Action
Die Lehrveranstaltungen orientieren sich in bezug auf den
Umgang mit dem zeitlichen Verlauf und der Dynamik des Entstehens
von rechtlichen Issues in der Regel an einer Sichtweise
des "Law in Action". Diese Unterrichtsform lässt
sich von der Erkenntnis leiten, dass sich eine Erfolg versprechende
Lehr- und Lernmethode - besonders in den höheren Semestern
- an der komplexen Wirklichkeit und deren dynamischen Veränderung
auf der Zeitachse orientieren kann. Soll dieser Unterricht
realitätsnah erfolgen, darf die Schaffung interdisziplinärer
Bezüge nicht durch eine dogmatische "Schubladisierung"
und Klassifikation rechtlicher Fragestellungen gemäss
Lehrbuch behindert werden. Ziel entsprechender Seminarveranstaltungen
ist es, die Studierenden möglichst realitätsnah
und interaktiv mit den sich tatsächlich stellenden
Rechtsfragen und den im Umfeld damit zwingend verbundenen
interdisziplinären Bezügen zu konfrontieren. Im
ständigen Dialog mit den Dozenten und - nach Möglichkeit
- unter Beizug von Experten aus Theorie und Praxis sollen
die Seminarteilnehmer zum eigenständigen Arbeiten motiviert
und in die Lage versetzt werden, komplexe Rechtsprobleme
mindestens zu erkennen und einzuordnen. Da es sich bei dieser
Lehrform - vor allem aus Gründen der Zeit und der Komplexität
- primär um ein vernetztes und ganzheitliches "Issue
Spotting", und nicht um die vertiefte und abschliessende
Behandlung von Themen gehen kann, sind die Adressaten der
"Law in Action"-Lehrveranstaltungen in der Regel
vorzugsweise Studierende höherer Semester oder Graduierte,
die aus verschiedenen Fakultäten stammen und sich die
Kenntnis der notwendigen Grundbegriffe und Grundlagen bereits
in traditionellen Lehrveranstaltungen angeeignet haben.
Lehrmethode
Die angewendete Lehrmethode ist eine Variation und Weiterentwicklung
der durch den Dozenten im Bereich der Rechtsgeschäftsplanung
und -gestaltung verwendeten sogenannten transaktionalen
Lehrmethode, in der er unter Beizug von Originalakteuren
und Originalakten reale Transaktionen - unmittelbar nach
Abschluss oder während der Gestaltung - entlang der
Zeitachse nachvollzog. Eine solche Lehrveranstaltung wählt
ein grundlegend anderes und dem dogmatischen Verständnis
komplementäres Prinzip der Stoffvermittlung für
die Ausbildung aus, das von der zu erfassenden und zu gestaltenden
Wirklichkeit ausgeht und Wissen nach den von Rechtsgebieten
in der Regel unabhängigen Problemfeldern gliedert und
gleichzeitig auch den Prozess der konkreten Planung und
Gestaltung der Rechtswirklichkeit anhand eines wirklichen
Geschehens in das Lehren einbezieht. Im Zentrum steht bei
diesem Einsatz die Einführung eines anderen Wirklichkeits-
und auch Berufsbildbezuges und die durch in der Wirklichkeit
der Transaktion vollzogene Ganzheitlichkeit und Interdisziplinarität
in den obersemestrigen Lehrbetrieb. Diese Lehrformen habe
ich in den Publikationen "Der
Rechtsanwalt als Hochschullehrer?", (Chapters in
Books)
"Ein didaktisches Experiment
an der Universität St. Gallen und ein Plädoyer
für eine transaktionale Lehrmethode im modernen Wirtschaftsrecht",
"Internationalisierung
der Rechtsausbildung und Forschung - eine Agenda für
die interdisziplinär ausgerichtete Ausbildung zum
im Wirtschaft und Management tätigen International
Lawyer", "The
Effects of Globalization on Legal Education", und
mit Peter Murray "The
Education and Training of a New International Lawyer"
dargestellt.
Cutting the Pie
In Anbetracht der beabsichtigten Fortführung der Forschungs-
und Publikationstätigkeit nach dem Fellowship an der
Harvard
Law School im Jahre 1999, die sich im wesentlichen mit
Auswirkungen der Globalisierung auf Rechtssysteme, Rechtsberufe,
Professional Service Firms und der Rechtsausbildungen befasste,
wird auch die Lehrtätigkeit im Bereich der "American Legal Culture" auf diese
Felder ausgerichtet. Ich plane, im Rahmen der grossen Studienreform der
Universität St. Gallen in den nächsten Jahren aufgrund des verstärkten
Amerikabezuges die Kolloquien "American Legal Culture" fortzuführen und
dabei eine spezifisch transatlantische Perspektive einzubringen. Ich
möchte die Idee des "Virtual Classrooms" in diesem Zusammenhang ausbauen
und in naher Zukunft in einer transatlantischen Lehrveranstaltung über
Video Conferencing ebenfalls mit amerikanischen Kollegen und Studenten
zusammenarbeiten. Bei guter Gelegenheit werde ich wiederum in einer
transaktionalen Lehrveranstaltung im Co-Teaching und unter Beizug der
Originalakteure und Originalakten eine komplexe Transaktion durchführen.
Ich werde in nächster Zukunft weiterhin versuchen,
im Rahmen der mir selbst auferlegten zeitlichen Schranken
für das Lehren didaktisch zu experimentieren, wozu
vor allem die Ausnützung von Möglichkeiten neuer
Medien gehören, wie zum Beispiel "Virtual Classrooms",
Video Conferencing und "Distance Learning".
Da die Beratungs- und Publikationstätigkeiten in den
nächsten Jahren Priorität haben werden, werden
alle Lehrveranstaltungen sach- und zeitgerecht verblockt
durchgeführt, damit möglichst wenige Friktionen
entstehen. Die Idee des "Virtual Classrooms" und
die Fortführung der Idee des "Lehrens vor Ort",
d.h. Teil eines Seminarraumes an der Susenbergstrasse, mögen
dabei ebenfalls hilfreich sein.
Im übrigen habe ich vorwiegend die Absicht zu lesen und wieder
einmal selbst zu lernen und die Ergebnisse dann in die Forschungs-
und Publikationsprojekte "The Global Lawyer", "Law and Innovation"
und "The Role of the Corporate Sector in International Governance"
und "Konzept und Konturen eines schweizerisch amerikanischen
Kulturaustausches"einzubringen. Das Gleiche gilt für die theoretischen
Arbeiten, die eher dem Bereich "Expertenwissen" und "Angewandte Forschung"
zuzuordnenden sind, wie "Strategie und Recht", "Strategische Rechtsberatung",
"Issue Management", "Recht und Kommunikation" und "Recht und Reputation". Um
die mehrjährige konsularische und publizistische Tätigkeit im Bereiche der
Professional Service Firm auch höher semestrigen Studenten auf beiden Seiten
des Ozeans zugänglich zu machen, arbeite ich in diesem Jahr an einem ausgedehnten
Konzept für eine Lehrveranstaltung "The Changing Legal Professions - From an
International Perspective". Die Pläne zur Generierung von Expertenwissen als
kommerzielle Dienstleitung, in der eine moderierende und facilitierende
Lehrtätigkeit im Vordergrund steht, sind eher der zukünftigen Beratungstätigkeit
als der Hochschultätigkeit zuzuordnen. Time will tell.
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