 |
 |
|
 |
 |
|
 |
|
 |
 |
|
 |
 |
|
|
|
|
|
 |
 |
|
 |
 |
|
|
Strategische Rechtsberatung
Im "Pflichtteil" der neuen beruflichen Orientierung
steht die strategische Rechtsberatung im Vordergrund, die
gemäss Plan ein grösseres Gewicht als der bewusst
beschränkte Teil der Anwaltstätigkeit
erhalten soll, in der ich mich auf Wettbewerbsrecht, Corporate
Governance und Schiedsgericht in Spezialmandaten beschränken
will. Im Bereich der strategischen Rechtsberatung arbeite ich oft mit Kollegen
in Anwaltssozietäten im Rahmen einer integrierten Beratung zusammen.
Worum geht es?
Im Bereich der "strategischen Rechtsberatung"
geht es um die weitere Erschliessung und Etablierung der
strategischen Dimension des Rechts durch die Generierung
von anwendungsorientiertem, theoretischem Expertenwissen
und durch die Weiterentwicklung und Operationalisierung
dieses Wissens in einer die traditionelle Methode ergänzenden
Rechtsberatung. Hier beschränke
ich mich vorerst auf die strategische Rechtsberatung von
international tätigen Unternehmen. Dieses Gebiet ist
in der Schweiz General Counsels gemässer, insbesondere
von angelsächsisch beeinflussten Unternehmen, und auch
vertrauter als Rechtsanwälten in international tätigen
Wirtschaftskanzleien. Insbesondere ist in der Regel der
beschriebene Paradigmenwechsel in der sie betreffenden international
practice of law mit den Charakteristika der zunehmenden
Verrechtlichung, Informatisierung, Interdisziplinarisierung,
Professionalisierung, Spezialisierung, Marktorientierung,
Prozeduralisierung, Institutionalisierung und Organisierung
sowie auch "Tendenz zu einer Amerikanisierung"
oft weiter entwickelt, da sich die durch die Paradigmenwechsel
nahe gelegten Anpassungen an den Wind der Realität
rascher und nachhaltiger vollzogen haben. Bei angelsächsisch
geprägten General Counseln hat sich die entsprechend
angepasste und veränderte Berufsrolle, die im wesentlichen
eine Quasi-Führungsfunktion geworden ist und deren
angestammte Tätigkeitsbereiche sich oft massgeblich
in Bereiche wie Risikomanagement, Public Affairs, Communication,
Compliance und Controlling ausgeweitet haben, so dass der
General Counsel ein Schlüsselglied der modernen Corporate
Center dieser international tätigen Unternehmen geworden
ist, sichtbar und wirkungsvoll verändert. Zwischen
der Unternehmensstrategie dieser Unternehmen und der "strategischen
Rechtsberatung", die integral und ausschliesslich auf
erstere bezogen ist, bestehen zum Teil wenig untersuchte
Zusammenhänge oder wenig belebte Beziehungen. Immerhin
ist diese Tätigkeit für gewisse General Counsels
und auch für gewissen Anwaltskulturen eine gelebte
Realität.
Führungsfunktion Recht als "multilevel and multidimensional
chess game"
Erfahrungen und erste vertiefende Überlegungen haben
gezeigt, dass es bei der strategischen Rechtsberatung um
ein "multidimensional chess", kombiniert mit einem
"mulitlevel chess game", geht, das in den Unternehmen
vorwiegend in den obersten Führungsfunktionen und beim
erwähnten General Counsel angesiedelt ist. Es geht
um den gestaltenden Umgang mit denjenigen Chancen und Risiken,
die wegen ihrer rechtlichen Bedingt- und Geprägtheit
für die Realisierung der Schlüsselziele des Unternehmens
im Rahmen des unternehmerischen Prozesses massgeblich sind.
Die strategische Beratung orientiert sich an einer prozesshaften
Sicht der Rechtsberatung und strebt eine gesamtheitliche,
interdisziplinäre und internationale Rechtsberatung
an. Die Prozesshaftigkeit setzt sich in der Regel in einem
integralen Issue Management der Dimension Recht um. Dabei
geht es in der Regel um Kerngesichtspunkte wie Umgang mit
Rechtmässigkeit und Rechtsbeständigkeit im Wandel
und der damit verbundenen verringerten Rechtssicherheit
und der Risikominimierung und Chancenmaximierung als Teil
der strategischen Führung des Unternehmens selbst.
Die strategische Rechtsberatung pflegt eine mittel- und
langfristige Perspektive und bezieht, oft mit Blick auf
Prävention, alle wesentlichen rechtlichen Faktoren
ein, die diese Zielverfolgung beeinflussen, erschweren bzw.
gefährden oder verunmöglichen könnten.
Ganzheitliche und interdisziplinäre Beratung der strategischen
Führung
Die Methode ist in einem sachgerechten Umfang interdisziplinär
und berücksichtigt neben rechtlichen auch gesellschaftliche,
politische, psychologische, geschichtliche und vor allem
auch kommunikative Aspekte der mediatisierten und virtualisierten
globalen Wirtschaftstätigkeit. Sie ist führungs-,
prozess- und ergebnisbezogen und stellt unternehmensintern
und -extern sichtbar die gewissermassen "anwaltliche",
weitreichende Wahrnehmung der Funktion Recht (Law) im und
durch das Unternehmen dar. Sie verbindet Generalistentum
und Urteilungsvermögen (Judgement) mit notwendigen
Spezialisierungen und Technokratisierungen der modernen
Rechtsberatung. Sie führt zu Rollen des Juristen im
Zusammenwirken mit dem Management wie der in der Frage indizierten:
A General Counsel, A Navigator of Management and Steward
of "Law"?
Früherkennung, Rechtsgebiete, Key-Issues, Mindset
Es geht dabei fürs erste um eine begründete und
frühe Identifikation derjenigen rechtlichen Bestimmungsfaktoren,
die im paradigmatischen Wandel der für international
tätige Unternehmen und deren Unternehmensstrategie
die Qualifikationshöhe und die Intensität der
strategischen Bedeutung erreicht bzw. überschritten
haben. Dazu gehören unter anderem Rechtsgebiete des
Banken- und Börsenrechts, Gesellschaftsrechts, Wettbewerbsrechts,
Immaterialgüterrechts, das Recht einzelstaatlicher,
internationaler und supranationaler Regulierungen und das
Steuerrecht unter jeweiligem Einbezug der strafrechtlichen
Dimension. Bezogen auf Tätigkeiten geht es zum Beispiel
um Key-Issues wie Corporate Governance, Prevention, Compliance,
rechtsbeständige Planung unter der Berücksichtigung
des Wandels, Reputation Management, Asset Protection etc.
Im Einzelnen geht es zuweilen unter anderem zum Beispiel
um die Erarbeitung und Formulierung einer "Integrated
Risk Management Initiative" der diesbezüglich
ermittelten strategischen rechtlichen Bestimmungsfaktoren
wie "Safety and Security Risks", "Business
Risks", "Political Risks", "Legal Risks",
"Reputation Risks", "Corporate Governance
Risks" und den sogenannten "Future Risks"
aus ganzheitlicher und interdisziplinärer Sicht.
In diesem Kontext spielt die Schaffung eines bestimmten
"Mind Sets" und die Entwicklung von fachgerechten
Operationalisierungsmethoden eine wichtige Rolle. Diese sollen
erlauben, solche Risiken frühzeitig zu erkennen, im
Umgang mit diesen durchgehend handlungs- und gestaltungsfähig
zu bleiben und eine Organisation des Führungs- und
des Issue Managements, verbunden mit einem entsprechenden
Wertesystem, zu etablieren, das vor allem auch einen opportunity-bezogenen
Umgang mit diesen Risiken erlaubt und wesentlich begünstigt.
Es geht auch darum, die Reputation als Kernwert eines international
tätigen Unternehmens systematisch, nachhaltig und "State
of the Art" und nach "best practices" zu
gestalten und zu schützen, damit die obersten Unternehmensziele
relativ ungestörter umgesetzt werden können. Im
Vordergrund stehen Charakteristika wie präventiver
Einsatz der rechtlichen Dimension, integrierter Einsatz
der rechtlichen Dimension, sich an Langfristigkeit und Prävention
orientierender Einsatz der rechtlichen Dimension.
Durch Erfahrung klüger?
Ich möchte meine angeborene Neigung zur Integration
des Prozesshaften in die Rechtsberatung und meine Erfahrung
in der Ausweitung der Rechtsberatung in ein ganzheitliches
Issue Management zur Geltung bringen und eine topische,
issue-bezogene, von der Wirklichkeit her bestimmte Tätigkeit
ausüben, die zudem meint, dass der Satz "Imagination
is more powerful than knowledge" (Einstein) auch in
der Rechtsberatung eine Rolle zu spielen vermag.
Meine nachhaltige Neugier für Strategie entspricht
einem Interesse, das sich vorerst ausserhalb der juristischen
Berufstätigkeit, nämlich im Rahmen der langjährigen
Tätigkeit für den Stabchef für Operative
Schulung (SCOS) und in der Sachgruppe Strategie, dem Beratungsgremium
des Generalstabchefs (GSC) der schweizerischen Armee und
der Mitarbeit an den Tätigkeiten des International
Institute for Strategic Studies (IISS), zeigte. Zudem war
ich in den vergangen 20 Jahren als Rechtsanwalt in einer
grossen Wirtschaftssozietät - gewissermassen als "blinder
Passagier" - immer wieder mit komplexen Issues und
Prozessen und Geschehen beschäftigt, die ohne Einbringung
von Gesichtspunkten ausserhalb des Rechts nicht mit angemessener
professioneller Sorgfalt hätten ausgeübt werden
können. Dazu gehören unter anderem die Beratung bei
Massenprodukthaftpflichtrisiken und Industriekatastrophen,
der vielschichtige Umgang mit der amerikanischen Rechtsordnung
und den entsprechenden Reaktionen darauf in der Schweiz auf
class actions im Rahmen historischer Katastrophen, bedrohliche
Einwirkungen der mediatisierten und virtualisierten Welt auf
unternehmerische Tätigkeiten nach Sonderanlässen oder im Rahmen
öffentlich beachteter, unternehmerischer Tätigkeiten, und die
Planung und Begleitung von parallelen Zivil- und Strafprozessen
unter medialen und politischem Druck nach einer unternehmerischen Katastrophe.
Expertenwissen und Akzeptanz für die Methode schaffen
Im Anbetracht eines beträchtlichen Defizites in der
Erkenntnis über und in der Operationalisierung der
"strategischen Rechtsberatung" wird es zudem auch
um die Erschliessung und Etablierung der strategischen Dimension
des Rechts durch die Generierung von anwendungsorientiertem,
theoretischem Expertenwissen und um die Entwicklung, Weiterentwicklung
und differenzierte Operationalisierung dieses Wissen in
einer die traditionelle Rechtsberatung
ergänzenden Rechtsberatung gehen. Es geht
auch um die Herbeiführung der Akzeptanz und gewissermassen
Kompatibilität und der Interoperabilität einer
solchen Beratungsmethode und der an der Beratung beteiligten
interdisziplinären Professionals und Managern. Es soll
daraus eine Ausweitung des Dienstleistungsbereichs der Rechtsberatung
entstehen, die nicht mit den rechtlichen Dienstleistungen
der Advokatur in Wettbewerb treten, sondern diese allenfalls
sinnvoll und integriert zu ergänzen vermögen.
Es gilt in diesem Bereich auch mit ausgewählten Rechtsanwälten
und Anwaltssozietäten diese Dimension integriert und
im Rahmen von Einzelmandaten in Zusammenarbeit zu bearbeiten
oder darin zu schulen. Letztlich wird es auch darum gehen,
in und mit benachbarten Beratungsdisziplinen die strategische
Dimension des Rechts zur Geltung zu bringen, zumal ein Teil
dieser Disziplinen in der Berücksichtigung von Bestimmungsfaktoren
von Gesellschaft, Politik, Wissenschaft, Geschichte, Psychologie,
Management und medialisierter und virtualisierter Wirtschaftswelt
bereits in einem fortgeschrittenen Stadium ist, und ergänzende
Dienstleistungen zum Einbau der rechtlichen Dimension in
ihre Beratung erbeten.
|
 |
|
|
|
|
|
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|