Anwaltstätigkeit
Die Grundidee meines Entschlusses unter dem Motto
"The Art of Creating a Life while Making a Living" ist, mit der
gewonnenen Zeit in attraktiver Umgebung mehr theoretisch zu arbeiten
und in der verbleibenden Zeit teilweise anders zu beraten. In allen
mir vorgenommen Beratungen steht für mich "das Recht" und "der Jurist"
im Mittelpunkt.
Nach 25 Jahren vorwiegend traditionell anwaltlicher
Tätigkeit kann die "Katze das Mausen nicht lassen". Ich werde einen Teil der
Beratungszeit der practice of law widmen, dies wiederum aber nur in bestimmten
Bereichen mit bestimmten Klienten und in bestimmten Mandaten. Ich betreibe diese
Tätigkeit unter der hergebrachten Berufsbezeichnung unter dem Namen Prof. Dr. iur.
Jens Drolshammer, MCL, Rechtsanwalt, in beschränktem Umfang an der Susenbergstrasse
in der Einzelfirma "Drolshammer - Strategy & Law·Advokatur" weiter.
Neues Anforderungsprofil für Anwälte
Unbestritten ist, dass die angesprochenen Paradigmenwechsel
in der "international practice of law" mit den
Charakteristika zunehmende Verrechtlichung, Informatisierung,
Interdisziplinarisierung, Professionalisierung, Spezialisierung,
Marktorientierung, Prozeduralisierung, Institutionalisierung
und Organisierung sowie auch "Tendenz zu einer Amerikanisierung"
sich in allen relevanten Bereichen einer modernen Commercial
Law Firm in der einen oder anderen Form niederschlagen werden
und sich dadurch angestammte Organisations und Dienstleistungsformen,
auch Anforderungsprofile an Anwälte, möglicherweise
grundlegend verändern.
Die Abgrenzung zur "strategischen Rechtsberatung", die ich mir besonders
vorgenommen habe, werde ich nur insofern und insoweit dies aus guten
Gründen nötig wird, im einzelnen vollziehen. Wichtig ist meines Erachtens,
dass der Diskurs der Professionals über die sie bedrängenden Fragen
professioneller und menschlicher, toleranter und grossmütiger geführt
wird. Auch hier führen verschiedene - aber neuerdings nicht mehr alle -
Wege nach Rom. Ich habe mit der neu erlangten Freiheit die Möglichkeit,
bei der Etablierung zusätzlicher und neuartiger Beratungsdimensionen der
Rechtsberatung zu experimentieren und diese in die Zusammenarbeit mit
Anwaltskollegen und General Counsels zu integrieren.
Die Abgrenzung zur "strategischen
Rechtsberatung", die ich mir besonders vorgenommen
habe, werde ich nur insofern und insoweit dies aus guten
Gründen nötig wird, im einzelnen vollziehen. Wichtig
ist meines Erachtens, dass der Diskurs der Professionals
über die sie bedrängenden Fragen professioneller
und menschlicher, toleranter und grossmütiger geführt
wird. Auch hier führen verschiedene - aber neuerdings
nicht mehr alle - Wege nach Rom. Ich habe mit der neu erlangten
Freiheit die Möglichkeit, bei der Etablierung zusätzlicher
und neuartiger Beratungsdimensionen der Rechtsberatung zu
experimentieren.
Es waren im übrigen professionelle Irritationen, die
mich während und nach dem Fellowship in Harvard über
die Auswirkungen der Globalisierung auf Rechtssysteme, Rechtsberufe
und Rechtsausbildung die Themata so wählen liessen,
dass ich vor allem über diese Irritationen nachdenken
und diese nicht nur beschreiben, sondern teilweise auch
diagnostizieren konnte. Das Nachdenken über die, anstelle
der täglichen Arbeit in der "International Legal
Practice" schafft natürlich Distanz, die die Fortführung
einer "Practice of Law" erschwert, die Lust auf
die Erschliessung neuer Dimensionen der "Rechtsberatung"
- teilweise nolens volens nicht anwaltlicher Rechtsberatung
- erhöht. Die mit der Institutionalisierung von Law
Firms verbundene erhebliche Tangierung der eigenen persönlichen
"Unabhängigkeit" und die permanenten und
beschränkenden Bedenken, den "Anschein" etablierter
Korrektheit zu verletzen, kommt nicht jedem Geist und jeder
Seele zugut.
Integrative, interdisziplinäre und internationale Beratung
Mit Blick auf gewisse Veränderungsresistenzen in der traditionellen
Advokatur und einem sogenannten Markt zugeschriebenen Druck
auf und selektive Präferenzen für bestimmte anwaltliche Tätigkeiten,
insbesondere auch bestimmte technisch geprägte Arbeitsmethoden,
war ich immer ein Anhänger einer Fraktion, die eine integrative,
interdisziplinäre und internationale Beratung durch Juristen das Wort
sprach, in der Generalistentum und Urteilsvermögen (Judgment) und
Spezialisierung und Technokratisierung sich mindestens in einer grossen
Anwaltskanzlei die Waage halten sollten. Eine angeborene Neigung zur
Integration des Prozesshaften in die Beratung und eine Ausweitung der
Beratung in ein ganzheitliches Issue Management lagen damit auch
immer "querer". Da halfen akademische Plädoyers von der Decisionjurisprudenz
zur Kreationsjurisprudenz und von der Kreationsjurisprudenz zur
Aktionsjurisprudenz wenig. Der Zeitgeist förderte auch nicht, dass man
neben der "Science of Law" von der "Art of Law", und schon gar nicht, in
Paraphrase einer berühmten Bankenwerbung, von der "Fine Art of Lawyering"
sprechen durfte. Die Böen im berufsethischen Bereich und im kollegialen
Umgangsbereich prägten die Atmosphäre in gewissen Teilen des Anwaltsberufes
im Wandel zusätzlich. Berufsständische Zurückhaltung, das Anwaltsgeheimnis
und eine verzögerte Erfassung des Anwaltsberufes in den Medien mögen hier
retardierend gewirkt haben. Der Grundsachverhalt, dass bei Paradigmenwechsel
im Wandel die Professionals selber in der Regel weder genügend Zeit noch
genügend Interesse haben, das nötige "Expertenwissen" selbst zu generieren,
wird zunehmend auch von den Professionals erkannt. Die selbstrechtfertigende
Innensicht der immer Erfolgreichen halten allerdings von Fahrten ins Blaue nicht ab.
Vor diesem Hintergrund will und werde ich auch in den nachfolgenden
Teilbereichen beschränkt anwaltlich praktizieren:
Wettbewerbsrecht
Ich pflege den Bereich des Wettbewerbsrechts im weiteren Sinne,
insbesondere in seinen internationalen Bezügen, weiter pflegen,
werde ich von den Berufsmedien als "Leading Lawyer" in diesem
Bereich bezeichnet worden, habe über Jahre in schwierigen Fällen
praktiziert und das Gebiet ebenfalls seit vielen Jahren publizistisch
bearbeitet und an dessen Weiterentwicklung gearbeitet. So war ich
Mitkommentator über den Abschnitt der Fusionskontrolle im führenden
Kommentar, habe das Wissen über das gesamte Kartellrecht im letzten
Jahrhundert in einer Spezialpublikation erfasst und kommentiere laufend
für die Schweizer Juristen-Zeitung und seit letztem Jahr auch für das
Recht der Internationalen Wirtschaft die neueren Entwicklungen des
schweizerischen Kartellrechts.
Corporate Governance
Mich interessieren Fragen der Corporate Governance und eine
selektive Teilnahme in ganz wenigen Verwaltungsräten.
Auch in diesem Bereich wurde ich in einschlägiger Fachpresse
als "Leading Lawyer" bezeichnet. Gesellschaftsrechtliche
Fragen der Corporate Governance legen besonders eine ganzheitliche
Sicht nahe. Die Schaffung und die Wahrung
der Reputation einer Gesellschaft zum Beispiel ist ein wichtiger
Bestandteil der Etablierung einer State of the Art Corporate
Governance.
Schiedsgericht
Ich werde weiterhin in Einzelfällen als Schiedsrichter
in internationalen Handelsschiedsgerichtsbarkeiten agieren,
da mir die Vielseitigkeit und Kollegialität eines ausgewogen
zusammengesetzten Panels Freude macht und mir unkonventionelle
und lösungsorientierte Ansätze gefallen.
Komplexe Issues und Imagination delivered
Ganz allgemein liegt mir die Bearbeitung komplexer Issues,
wie zum Beispiel industrielle Massenrisiken und amerikanische
class actions wie bezüglich des Holocausts oder Südafrika,
unter Berücksichtigung von Recht, Kommunikation, Politik
und anderen einschlägigen Bestimmungsfaktoren (siehe
strategische Rechtsberatung). Ich habe eine
Affinität zu topischem und vernetztem Denken und Arbeiten
und zu einer lösungsbringenden rechtlichen Phantasie.
Was zählt, ist das Ergebnis und die Zufriedenheit des
Klienten. Ich arbeite gerne als Coach von General Counsels,
die für Unternehmen kritischen Fragen und Fragen der
Überführung einer Rechtsberatung in ein Issue
Management mit Berücksichtigung der strategischen Dimension
bearbeiten und sich mit den immer stärker werdenden
Einflüssen einer angelsächsischen Konzeption des
General Counsels auseinandersetzen wollen. Aufgrund meiner
mehrjährigen Erfahrung im Arbeiten über und mit
Professional Service Firms werde ich selektiv Law Firms
und andere Professional Service Firms in Fragen der Strategiebildung,
der Organisation, der Ausbildung, der Marktorientierung
und der internationalen Vernetzung beraten.
Mit ausgewählten befreundeten Anwaltssozietäten und Kollegen werde
ich die Verbindung von strategischer Rechtsberatung mit anwaltlichen
Dienstleistungen, dort wo angezeigt und erwünscht, gemeinsam entwickeln,
damit experimentieren und praktizieren. Die ersten Erfahrungen waren sehr
gut. Wenn immer tue ich dies alles - als "Plattform" und "Portal" - mit
Blick auf den Umgang mit Amerika und der EU und deren spezifischen
Rechtsordnungen und Rechtskulturen tun. Letztlich glaube ich an die
Bedeutung und die Provokation des Satzes "Imagination is more powerful
than knowledge" (Einstein), selbst in der practice of law in engeren Sinne.
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